Der digitale Dekalog für unser Web-Team

Die 10 Gebote für eine einladende Gemeindewebsite im GBK

Vorwort

Liebe Redakteurinnen und Redakteure, liebe Mitgestaltende unseres Internetauftritts,

die Jahreslosung 2026 fordert uns heraus: „Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5). Neuanfang und Erneuerung beginnen im Kleinen – auch im digitalen Raum. Unsere Website ist kein bürokratischer Pflichtauftrag, den man mal eben schnell abarbeitet, um das Pfarrbüro oder das eigene Ego zu befriedigen. Sie ist das digitale Schaufenster unserer Kirchengemeinde und ein Akt der Gastfreundschaft.

Geprägt von dem Wort des Apostels Paulus – „Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe“ (1. Korinther 16,14) – wollen wir unsere Seiten mit Liebe zum Detail und aus echter Liebe zu den Menschen gestalten. Wir wollen niemanden mit technischen Hürden oder unaktuellen Daten frustrieren, sondern einen einladenden, lebendigen Ort im Netz schaffen. Unser gemeinsames Ziel ist ambitioniert: Wir wollen diesen Internetauftritt zu einem wahren Musterbeispiel des Evangelischen Gemeindebaukastens machen – zu einer Seite, auf die ganz Bretzfeld voller Stolz blickt. Diese zehn Gebote ordnen unsere Prioritäten neu: Aktualität, Schnelligkeit und Barrierefreiheit/Seniorentauglichkeit stehen an oberster Stelle.


1. Du sollst den Kalender pflegen wie deinen Augapfel.

  • Ein leerer oder veralteter Terminkalender signalisiert eine leblose Gemeinde.
  • Schnittstellen füttern: Aus Liebe zum Suchenden nutzen wir die Schnittstelle zu Amosweb intensiv. Wir halten Uhrzeiten, Orte und Ansprechpartner peinlich genau aktuell.
  • Veranstaltungsbilder optimieren: Denke direkt im Kalendersystem an extrem kleine Bilder. Sie laden mobil schnell und werden auf dem Smartphone-Bildschirm vollständig dargestellt, ohne dass Gesichter unschön abgeschnitten werden.

2. Du sollst Altes mutig löschen.

  • Weg mit Altlasten: Die Einladung zum Sommerfest von vor zwei Jahren hat auf den aktiven Seiten nichts mehr verloren.
  • Ab ins Archiv: Eine liebevolle Pflege bedeutet auch Ordnung. Verlagere alte Gemeindebriefe konsequent in ein tief vergrabenes Archiv. Nur wer gezielt danach sucht, soll sie dort finden. Halte die sichtbare Oberfläche frei von digitalem Staub.

3. Du sollst deine Startseite ansprechend gestalten und so, dass sie pfeilschnell lädt, sonst geht es dir wie im Gottesdienst, dass die meisten Sitzplätze leer bleiben.

  • Keine Ladezeit-Wüsten: Wenn die Startseite nicht in Sekundenschnelle aufbaut, springen die Besucher sofort wieder ab.
  • Fokus auf das Wesentliche: Aktuelles gehört nach ganz oben. Überlade die Homepage nicht mit endlosen Texten oder riesigen Bildergalerien.
  • Radikale Byte-Diät: Jedes unnütze Byte ist zu hinterfragen. Spiele Meldungen der Landeskirche nicht auf deiner Startseite aus – wer diese sucht, soll sie direkt bei der Landeskirche lesen. Und braucht es wirklich die Losungen im Footer? Spar dir den Ballast für den Nutzer! Hinterfrage kritisch jede Standard-Einstellung des Baukastens, die das Design unnötig verlangsamt.

4. Du sollst die mobilen Daten der armen Nutzer, die sich keine Flatrate leisten können, nicht mit Riesen-Bildern leersaugen.

  • Die Quelldatei ist entscheidend: Ziehe Bilder niemals im Editor einfach nur mit der Maus kleiner. Das verringert nur die Anzeige auf dem Bildschirm, aber nicht die Dateigröße. Der Smartphone-Nutzer muss im Hintergrund trotzdem das megabytegroße Original herunterladen und bezahlen.
  • Skaliere vor dem Upload: Bereite jedes Bild vor dem Hochladen vor. Ein Web-Bild braucht selten mehr als 1920 Pixel Breite und sollte maximal 150 bis 200 KB groß sein.
  • Nutze die GBK-Mobilfunktionen: Setze gezielt die Funktionen des Baukastens ein, um für Smartphones extrem kleine, komprimierte Bildvarianten der Quelldatei auszusteuern.

5. Du sollst barrierefrei und seniorentauglich für alle Menschen sein, denn viele können nicht mehr richtig lesen.

  • Nicht nur an Behinderte denken: Barrierefreiheit ist gelebte Nächstenliebe und betrifft vor allem unsere ältere Generation. Sorge für eine seniorentaugliche Darstellung mit hohen Kontrasten und ausreichend großen Schriften. (Den praktischen Schriftgrößen-Umschalter haben wir glücklicherweise schon integriert!).
  • Hörbar machen: Biete Alternativen für Menschen mit Sehschwäche oder Leseschwierigkeiten. Nutze die integrierten Barrierefreiheits-Erweiterungen des GBK und prüfe den Einsatz einer Vorlesefunktion (Text-to-Speech) für längere Texte.
  • Die Basisarbeit: Hinterlege zwingend Alternativtexte (Alt-Tags) für Bilder, damit Screenreader sie erfassen und vorlesen können.

6. Du sollst die Adressliste unübersehbar platzieren, sodass sie den Nutzer direkt anspringt.

  • Verstecke das Pfarrbüro oder die Seelsorger nicht hinter fünd Klicks.
  • Klare Platzierung: Die Adressliste und Kontaktdaten gehören auf die Ebene 1 der Navigation oder direkt neben den Button für Barrierefreiheit.
  • Fokus Mobile Menü: Binde den Kontakt-Link im mobilen Menü so prominent ein, dass er dem Nutzer sofort ins Auge springt und mit einem Daumendruck erreichbar ist.

7. Du sollst die Menüs nicht so bauen, wie du es dir vorstellst, sondern nach dem, was deine Gemeindeglieder suchen.

  • Die Brille des Suchenden: Denke nicht in internen Kirchenstrukturen, Ausschüssen oder Parochiebaukästen.
  • Denke in Gemeindeebene: Löse dich von alten Zöpfen. Gestalte die Navigation nach den echten Bedürfnissen kirchenferner oder neuer Besucher (z. B. „Taufe“, „Wiedereintritt“, „Hilfe in Krisen“ statt „Kirchenvorstand Protokolle“ oder „Ausschuss West“).

8. Du sollst das Smartphone als alleinigen Maßstab nehmen.

  • Die Mehrheit der Menschen sucht Informationen von unterwegs auf dem Handy.
  • Prüfe jede Seite, jedes Widget und jede Tabelle zwingend auf ihre mobile Darstellung (Responsive Design).

9. Du sollst keine fremden Bilder stehlen und 0815-Standardbilder besser weglassen.

  • Rechtssicherheit beachten: Urheberrecht und DSGVO gelten auch im digitalen Raum der Kirche. Nutze nur eigene Fotos mit Einwilligung der gezeigten Personen.
  • Mut zur Lücke bei Stockfotos: Wenn du Bilder aus Fundus-Media oder anderen Datenbanken nutzt, überlege dir genau, ob diese austauschbaren Symbole eine Bereicherung sind. Lass die immer gleichen, künstlich wirkenden 0815-Standardbilder lieber ganz weg – sie erzeugen keine echte Nähe, sondern wirken steril.

10. Du sollst eine einfache Sprache sprechen, aber keine KI-Hülsen produzieren.

  • Sinnvoll optimieren: Vermeide kircheninternes Beamtendeutsch und theologische Schachtelsätze. Nutze KI-Tools wie Gemini gezielt, um deine Entwürfe zu überarbeiten und in eine einfache, verständliche Sprache zu gießen.
  • Keine Inhaltsleere: Lass dir von der KI niemals ganze Texte aus nur fünf hingeworfenen Schlagworten generieren. Solche leeren Worthülsen bieten keinen echten Mehrwert, strahlen keine Liebe aus und helfen niemandem weiter.

Schlusswort

Ein von Herzen gestalteter Internetauftritt wird niemals "fertig" – er lebt von der ständigen Pflege, der Aktualität und der Begeisterung aller Beteiligten. Mit diesen zehn Geboten schützen wir das Nervenkostüm und das Datenvolumen unserer Besucher. Wir präsentieren uns nicht selbst, sondern weisen den Weg zu einer modernen, offenen und von der Liebe bestimmten Gemeinschaft.

Lasst uns den Gemeindebaukasten als lebendiges, veränderbares System begreifen. Wo uns starre Standards im Weg stehen, suchen wir kreative Umwege oder geben Feedback an die Entwickler, um das System für alle Gemeinden zu verbessern.

Vielen Dank für euren unermüdlichen und unschätzbaren Einsatz im Weinberg des digitalen Raums. Lasst uns gemeinsam zeigen, was mit Engagement, Mut zur Lücke und dem Gemeindebaukasten möglich ist, sodass unser Webauftritt zu einem echten Aushängeschild für unsere Arbeit hier vor Ort in Bretzfeld wird!

 

 

 

 

 

 

 

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